Montag, 16. Oktober 2017

1940 – Neuer Talbrunnen



1940 wurde die Kappel in Walddorf ausgebaut. Im Zuge dieses Straßenausbaus musste der alte  Talbrunnen verlegt werden (Post vom 03. und 11.Juli 2017). Von der Ecke Friedhofstraße/Talbrunnenweg wurde er weiter in Richtung Talschmiede ,näher zum Bach (Mühlbach), gerückt. Auf dem Foto im Hintergrund die Talschmiede, im Mittelteil den neu angelegten Talbrunnen, eingezäunt mit einem Scherenzaun. Der Zeit entsprechend erhielt er eine „moderne“ Form mit einem Brunnentrog aus Beton. Der alte Sandsteintrog wurde außerhalb der neuen Brunnenanlage im Talbrunnenweg platziert und diente weiter als Vieh- und Pferdetränke.
Erna Decker, geb. Dürr,  die in der Talschmiede aufwuchs, erzählt zum Beispiel, dass die Pferde des Nachbarn alleine zum Brunnentrog kamen und nach dem Trinken auch wieder selbstständig  zurück zu ihrem Stall liefen. Auch weiß sie zu berichten, dass der neue Talbrunnen nach dem Ausbau der Kappel zwar noch ein Laufbrunnen geblieben war. aber weniger Wasser schüttete, als zuvor.
Die Jugendlichen auf dem Foto sind, am neuen Brunnen, von links, Irma Schiwek, Ludwig Marstaller, Erna Dürr. Im wahrsten Sinne als Zaungast ,rechts, schaut die Nachbarin Else Heim, Seilers Else, zu.
Bildertanzquelle: Erna Decker, geb. Dürr.

Montag, 9. Oktober 2017

1914 – 1918 - Kampfpause



Das Foto eines unbekannten Soldaten ( Post vom 02. 10. 2017), wurde noch zu Hause gemacht, bevor es in den Krieg ging. Das heutige Foto lässt schon mehr den Ernst der Kriegsnähe spüren. Statt vor einem schönen Landschaftsbild, stehen diese beiden Soldaten am Eingang eines Unterstandes, der in die Erde gegraben und mit Holzbalken abgedeckt ist. Ein Erdloch als Schutz ist der ganze „Komfort“ für die Soldaten, auch bei Wind, Regen, Kälte und Schnee. Für die Kriegsrealität ist selbst dies noch ein „schönes“ Foto. Kampf und Sterben auf „dem Feld“ und in den Schützengräben wurden nicht fotografiert. Nach den uns überlieferten Angaben handelt es sich bei den beiden Soldaten links um J. Weinmann, rechts steht Johannes Hauser, geboren 1890 in Häslach. Letzerer war nach dem Zweiten Weltkrieg, von 1945 bis 1963, Bürgermeister in Häslach.

Bildertanzquelle: Irene Häussler, Enkelin von Johannes Hauser

Montag, 2. Oktober 2017

1914 – 1918 – unbekannter Soldat



 
 
Das heutige Foto wurde während des Ersten Weltkrieges in einem Fotoatelier aufgenommen, weitab der Realität des tatsächlichen Kriegsgeschehens. Solche Erinnerungsfotos wurden gemacht, bevor ein Familienangehöriger, Sohn, Vater, Bruder,  „ins Feld“, das heißt in den Krieg ziehen mussten. Oft blieb es das letzte Foto, wenn dieser gefallen, „im Feld geblieben“ war. Feld bedeutet in diesem Zusammenhang „Schlachtfeld des Krieges“. Solche Fotos hingen in vielen Wohnstuben zum Gedenken an einen gefallenen Soldaten.
Häslach zum Beispiel, woher das Erinnerungsfoto stammt, das damals vier- bis fünfhundert Einwohner zählte, hat von Januar 1915 bis Oktober 1918 zwanzig gefallene und einen vermissten Soldaten zu verzeichnen.
Im den Fotoateliers wurden die Soldaten vor einer schönen Landschaftskulisse im Hintergrunde abgelichtet. Uniform und Ausrüstung waren noch sauber, trugen keine Kriegsspuren. Es sollte ja ein schönes Foto werden, leider oft auch das letzte. Man wusste ja nie, ob einer, der auszog, auch wieder kommt. Hoffnung und Tod lagen nah beieinander. Koppel und Stiefel glänzen neu. Kennzeichen deutscher Soldaten war der Pickelhelm, ein Helm mit Spitze, aus der preußischen Militärtradition. Das Gewehr als Schusswaffe trug an der Spitze zusätzlich ein sogenanntes Bajonett. Das war eine bis zu fünfzig Zentimeter lange Stichwaffe (Dolch) für den Nahkampf zum Beispiel in den Schützengräben.
Wie dieser junge Soldat hieß und ob er „vom Feld“ wieder zurück kam, wissen wir nicht.

Bildertanzquelle: Irene Häusler

Dienstag, 26. September 2017

Talbrunnenweg - 1940 – 1950 – 1970



Bildertanzquelle: Erna Decker, Foto 1940

Talbrunnenweg 1940

Im Bild sehen wir die Talschmiede, wie sie heute noch, fast unverändert, steht. Obwohl seit Jahren nicht mehr in Betrieb, ist sie so, als wäre der Schmied gerade erst gegangen. Der Talbrunnenweg war 1940noch ein Weg, ohne breite Durchfahrt von der Kappel zur Hauptstraße. „D’r Bach“= Mühlbach, war Teil des Weges. Sein natürlicher Verlauf führte zwischen Ochsen und Molkerei auf die andere Seite des Talbrunnenweges, floss an der Giebelseite der Scmhiede entlang, machte eine Kurve um das Haus und floss an der Längsseite der Talschmiede, vor dem Haus, weiter Dorf auswärts in Richtung Friedhof. Das Holzgeländer zeigt das Ufer des Baches an. Es war ein Sicherheitsgeländer zwischen Weg und Bach. Oben, hinauf zur Hauptstraße, waren Treppenstufen.



Bildertanzquelle: Sammlung Schaal,

Hochwasser 1950

Auf diesem Foto von 1950 sehen wir rechts wieder die Talschmiede. Die Holzabsperrung vom Talbrunnenweg zum Mühlbach ragt über das Hochwasser hinaus. Solange Mühlbach und Weiherwiesenbach offen durch Walddorf flossen, gab es immer wieder Hochwasser. Seit der Endolung der Bäche, 1950 / 1951, bleibt das Dorf von solchem Hochwasser verschont.  Die Häuser, die links zu sehen sind, stehen nicht mehr. An ihrer Stelle befinden sich heute Parkplätze.




Bildertanzquelle: Erika Armbruster, 19. 09. 2017

2017 – Talbrunnenweg - Baustelle

Der einstige Weg wird zur Durchfahrtsstraße und zur Kreisstraße erhoben. Die Talschmiede befindet sich rechts, versteckt hinter dem hohen Baum. Links ist die Molkerei. Der Bach unterquert den Talbrunnenweg, gefasst in großen Betonrohren. Bei der Endolung wurde sein Verlauf auch begradigt. Unterirdisch verläuft er seither hinter dem Gebäude der Talschmiede.